Fokus Krebs

Bei der Diagnose „Krebs“ gerät die Welt aus den Fugen und das eigene Leben wird bedroht. Nicht nur Körper, sondern auch Psyche und Geist brauchen Unterstützung, um mit der Erkrankung umzugehen. In unseren Patienten Ratgebern zum Thema Krebs geben wir Betroffenen wichtige Ratschläge zum Umgang mit der Diagnose Krebs, zur Therapieauswahl und zu Neuigkeiten aus der Forschung.
 
„Wo die Angst weniger wird, beginnt die Hoffnung, Wurzeln zu schlagen.“

Interview mit Dr. Martin Müller-Stahl

Dr. Martin Müller-Stahl ist Chefarzt der Fachklinik für internistische Onkologie und Naturheilverfahren, Veramed-Klinik am Wendelstein in Brannenburg und Autor des im KVC Verlag erschienenen Krebsratgebers Motivation zur Hoffnung.

Was können Sie Menschen mit einer Krebserkrankung auf den Weg geben?
Es gilt bei aller Angst und Not, den Menschenverstand nicht zu verlieren und sich Schritt für Schritt mit der neuen Situation und den bestehenden Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Es gibt Wege zur Heilung oder Linderung! Es gibt Ärztinnen und Ärzte und viele andere exzellent ausgebildete und erfahrene Helferinnen und Helfer! Die moderne Medizin kann keine Wunder vollbringen, aber sie ist viel weiter als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Es gilt also, diejenigen Helferinnen und Helfer ausfindig zu machen, denen wir vertrauen. Für diese Suche steht in aller Regel eine ausreichende Zeit zur Verfügung. Ich selbst mochte den Kranken niemals nur ein Therapieangebot unterbreiten, sondern ich spreche immer auch ein Beziehungsangebot aus. Die Ärzte sollen für die Kranken im ganzheitlichen Sinne da sein. Dazu gehört, dass wir beide miteinander gut auskommen und gemeinsam daran arbeiten, das Menschenmögliche nach bestem Wissen und mit bester Erfahrung möglich zu machen. Neben den fraglos erforderlichen so genannten anerkannten Standardtherapien wie Operation, Chemo- oder Strahlentherapie sollten die Bausteine Entspannung, Entängstigung, Bewegung und Ernährung Teil einer jeden Krebstherapie sein. Einen ganz wesentlichen Aspekt der Krankheitsbewältigung stellt auch die Aktivierung von Selbstheilungskräften dar.

Welche Krebstherapie ist denn nun die richtige?
Die innere Überzeugung bei den Betroffenen sollte zumindest so groß sein, dass zu einem späteren Zeitpunkt keine Selbstvorwürfe bezüglich der Auswahl des gewählten Weges erwachsen. Für eine solche Entscheidung braucht es manchmal mehrere Gespräche mit verschiedenen Ärzten an verschiedenen Orten. Bezüglich der schulmedizinischen Therapien bestehen für sehr viele Krankheitssituationen seit langem so genannte Leitlinien. Diese Leitlinien stellen den jeweils weltweit anerkannten besten Therapiestandard dar und sollten ihnen von allen Ärzten weltweit anempfohlen werden. Dennoch kann es vorkommen, dass sie zum Beispiel aufgrund der genannten Therapienebenwirkungen persönlich Zweifel am Nutzen der Therapieempfehlung haben. Zögern Sie deshalb in den Beratungsgesprächen nicht nachzufragen, bis diese Unklarheiten beseitigt worden sind. Die Aufklärungsgespräche sollen nicht nur über mögliche Risiken und Nebenwirkungen von chirurgischen Eingriffen oder Chemotherapien informieren. Die Gespräche sollen den Betroffenen auch dabei helfen, wichtige Ablaufe der jeweils nachfolgenden Therapieschritte und deren Konsequenzen kennenzulernen. Auch sollten mögliche andere Behandlungswege und insbesondere auch komplementärmedizinische bzw. naturheilkundliche Begleittherapien erläutert werden. Solange keine ganz wesentlichen neuen Erkenntnisse zum Beispiel im Bereich der Genmanipulationen auf uns zukommen, gehe ich davon aus, dass eine Synthese aus modernen onkologischen Standardverfahren und naturheilkundlichen bzw. komplementären Therapieverfahren der Weg der Zukunft ist. Ich sage das, weil ich davon überzeugt bin, dass wir nicht nur Krebszellen mehr oder weniger aggressiv bekämpfen dürfen, sondern auch den gesunden Anteil unterstutzen und fordern müssen.

Sie betonen im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung immer wieder das Thema Angst. Warum ist das so wichtig?
Keine Therapie ist ohne die Bereitschaft, das Einverständnis und die Kraft der Kranken und ihrer Angehorigen möglich. Daher gilt es zuerst, die Angst zu bewältigen. Denn Angst hilft nicht dabei, gesund zu werden – durch sie wird alles noch schlimmer. Wo die Angst weniger wird, beginnt die Hoffnung, Wurzeln zu schlagen. Deshalb gilt es, die Angst wahrzunehmen und zu respektieren und dennoch beharrlich Mut zu stiften. Die eigentliche Therapie stellt vor diesem Hintergrund erst den zweiten Schritt der Behandlung dar. Die Basis jeder Therapie ist Vertrauen und Hoffnung. Vertrauen und Hoffnung werden uns aber nicht geschenkt; sie kommen mit mühevoller täglicher Arbeit in unser Leben. Oder auch gerade mit dem Gegenteil – mit Entspannen und Ruhen.

Ebenfalls von Dr. Martin Müller-Stahl ist im KVC Verlag das Buch Natürlich zu Fuß erschienen.

Motivation zur Hoffnung für Krebskranke, Angehörige, Pflegende und Ärzte. Übersicht zu aktuellen schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Therapiekonzepten für Kranke, Angehörige und Therapeuten und Mut machende Erfahrungsberichte

Martin Müller-Stahl, Dirk-Ingo Wolfrum:

Motivation zur Hoffnung

für Krebskranke, Angehörige, Pflegende und Ärzte,
2013, 289 Seiten,
ISBN 978-3-86864-004-5, 15,20 €

Diagnose Krebs. Homöopathie und Schüßler Salze

Michael Elies, Annette Kerckhoff:

Was tun bei Diagnose Krebs,

2013, 117 Seiten,
ISBN 978-3-86864-012-0, 5,90 €

Günther Spahn, Annette Kerckhoff:

Krebs und therapiebedingte Nebenwirkungen

2016, 90 Seiten,
ISBN 978-3-945150-30-3, 5,90 €

Sabine Conrad:

Ernährung bei Krebs

2015, 114 Seiten,
ISBN 978-3-945150-35-1, 12,90 €

Krankheiten am Auge sind meist nur die Spitze des Eisberges und weisen oft auf tiefergehende körperliche oder seelische Beschwerden hin. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der ganzheitlichen Augenheilkunde und finden Sie wichtige Tipps zur Selbsthilfe. 
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